Christian Jedinat am Black Table

Das Haus · Christian Jedinat

Wer ist Christian Jedinat?

Ein Zahntechniker, der einem Straßenkünstler zu lange zugesehen hat. Der Rest steht hier.

Christian Jedinat, geboren 1969 in Heidelberg, hat seinen Beruf gewechselt und ist trotzdem beim selben geblieben: bei dem, was Hände können, wenn man ihnen lange genug zusieht.

1985 – 1991

Erst waren es Zähne

Vier Jahre Ausbildung zum Zahntechniker, danach zwei Jahre Bundeswehr als Ausbilder an der Sanitätsakademie München. Zahntechnik ist ein Handwerk, in dem ein Zehntelmillimeter über brauchbar und unbrauchbar entscheidet und niemand später sieht, wie viel Arbeit im Ergebnis steckt. Es ist außerdem ein Handwerk, das Geduld erzwingt. Beides sollte sich als nützlich erweisen.

1991 ging er zurück ins Dentallabor nach Eppelheim. Es hätte dabei bleiben können.

Christian Jedinat als junger Zahntechniker im Dentallabor
Im Dentallabor, Ende der Achtziger
1994

Der Nachmittag in der Heidelberger Fußgängerzone

Ein Straßenkünstler brachte Passanten zum Stehenbleiben, indem er ihnen witzig hinterherlief. Dann jonglierte er kurz. Dann lieh er sich bei jemandem eine Zigarette, zündete sie an und ließ sie in einer geliehenen Jacke verschwinden. Danach Keulen, Fackeln, ein Hochrad.

Christian blieb stehen und ging nicht mehr weiter. Ein paar Tage später hatte er die erste eigene Ausrüstung und einen Stapel Fachbücher, denn eine Schule, an der man das lernen konnte, gab es nicht. Also brachte er es sich selbst bei.

„Ich war gefangen und fasziniert und wusste: Das will ich machen."

Christian Jedinat mit Kartenfächer am Tisch
Selbst beigebracht, weil es niemanden gab, der es beibringt

Der erste Auftritt für Geld

Ein vierzigster Geburtstag in Sandhausen. Danach wurden die Räume größer: Auftritte im Heidelberger Schloss und auf vielen anderen Veranstaltungen, für die man sich sonst nur eine Eintrittskarte kauft.

Christian Jedinat als Straßenzauberer mit Klapptisch, Becher und Zitronen
Klapptisch, Becher, drei Zitronen. Die Anfangsjahre.

Vom Gipsmodell zur Rarität

Als Zahntechniker war er es gewohnt, Dinge selbst zu bauen, die es so nicht zu kaufen gab. Für seine eigenen Auftritte stellte er sich Raritäten her, und der Schritt von dort auf den Zaubermarkt war klein: hochwertige Requisiten in Kleinserie, die er weltweit verkaufte.

Damit war er auf internationalen Zaubermessen, Kongressen und Weltmeisterschaften unterwegs, nie als Teilnehmer und nie in einer Jury, immer als Aussteller mit eigenen Produkten. Wer heute im Theater sitzt, sieht davon nichts. Er sieht nur, dass alles auf dem Tisch aussieht, als hätte es immer schon dorthin gehört.

Christian Jedinat mit Becherspiel und Zitronen
Dieselben Requisiten wie damals auf der Straße, nur der Tisch ist größer geworden
1998

„Wo kann man das lernen?"

Die Frage kam so oft, dass daraus ein zweiter Beruf wurde. Erst Einzelunterricht, dann Gruppen: Anfängerkurs, Aufbaukurs, Close-up-Kurs, Kartenkurs. Am Ende eine zweijährige Ausbildung in Zauberkunst, wie es sie damals kaum gab. Dazu ein Fachversand, einer der ersten deutschsprachigen Online-Shops für Magie und die ersten Trick-Videos im Netz. Im September 2001 kam ein eigenes Ladengeschäft in Sandhausen dazu.

2006 nannte der Mannheimer Morgen die Schule die zweitgrößte Ausbildungsstätte für Zauberei in Deutschland.

Christian Jedinat vor seinem Ladengeschäft für Jonglier- und Zauberartikel
Eigener Laden, eigener Versand, eigene Schule
2006 – 2013

Die Mühle

Ein eigenes kleines Hotel, das gleichzeitig Seminarzentrum für Zauberkunst und Persönlichkeitsentwicklung ist: Dafür kaufte und restaurierte er die historische Kupfersiefer Mühle in Rösrath. Ein Lebenstraum, und teilweise hat er auch genau so funktioniert.

Im Großen und Ganzen war es allerdings so viel Arbeit, dass irgendwann der Satz fiel: Jetzt ist Feierabend. Die Mühle wurde verkauft.

Kupfersiefer Mühle in Rösrath von oben, mit Mühlrad
Haupthaus und Mühlrad
Remise und Innenhof der Kupfersiefer Mühle
Remise und Hof
2013

„Komm doch nach Aachen"

Ein Zauberschüler fragte, wohin es nun gehe. Eine Antwort hatte Christian nicht. Der Schüler hatte eine: Aachen. Es folgten gemeinsame Auftritte, die ersten davon im Café Lammerskötter.

Aus diesen Abenden ist das Black Table Magic Theater entstanden.

Christian Jedinat bei einem frühen Auftritt im Café Lammerskötter
Café Lammerskötter, Aachen, April 2015. Einer der Abende vor der Eröffnung.
2015

Es könne nicht funktionieren

So lautete die Einschätzung etlicher Menschen im näheren Umfeld: Ein Zaubertheater in Aachen, das trage sich nicht. Im September 2015 eröffnete es trotzdem. Ein Tisch, ein Zauberer, 62 Zuschauer, 120 Minuten.

Christian Jedinat vielfach im Zuschauerraum des Black Table
Am Anfang saß da noch niemand

Im September 2025 wurde das Haus zehn Jahre alt. Über 86.000 Gäste waren bis dahin da, fünf abendfüllende eigene Programme sind entstanden, und gespielt wird an mehr als 240 Abenden im Jahr. Christian steht bis heute selbst am Tisch. Das war nie als Konzept gedacht, es ist einfach der Teil, den er nicht abgeben möchte.

Christian Jedinat am Black Table vor Publikum
Borngasse 30, ein Abend wie 240 andere im Jahr
Ab Ende 2026

Der nächste Umzug

Ende 2026 zieht das Black Table um. Neue Räume, neue Adresse, und in der Mitte wieder ein Tisch. Für die Jahre danach sind neue Programme geplant und einige Konzepte, über die er noch nicht alles verrät.

Er hat schon einmal etwas aufgebaut, von dem viele sagten, es könne nicht funktionieren.

1994Der Anfang
2015Eigenes Theater
62Plätze
240+Abende / Jahr
86.000Gäste

Am besten lernen Sie ihn staunend kennen.

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